Außen schlank – innen Fett

Die verborgene Gefahr des TOFI – Syndroms

Dass Übergewicht ein Risikofaktor für viele der heute besonders häufigen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Herz – Kreislauf – Erkrankungen darstellt, ist allgemein bekannt. Doch auch Menschen, die äußerlich schlank und fit erscheinen, können von versteckter Fettleibigkeit betroffen sein. Sie leiden unter dem sogenannten TOFI- Syndrom, das durch eine übermäßige Ansammlung von Organfett gekennzeichnet ist und chronische Entzündungen sowie diverse Stoffwechselstörungen begünstigen kann. Das TOFI- Syndrom erfordert eine umfassende Diagnostik, lässt sich aber in vielen Fällen mit einer bewussten Ernährungsweise, körperlicher Aktivität, einer verbesserten Schlafhygiene und nicht zuletzt Stressbewältigung nicht nur lindern, sondern auch präventiv vermeiden.

Schlank und zu sein wird in unserer heutigen Gesellschaft im Allgemeinen mit Gesundheit und Fitness gleichgesetzt. Normalgewichtige sind davon überzeugt sich in guter Form zu befinden. Doch was viele nicht wissen: Eine schlanke Erscheinung ist kein Garant für Gesundheit. Dünne Menschen können unbemerkt ne ne zu den sogenannten TOFIs( Thin outside, FAT inside) gehören. Äußerlich scheinen sie sportlich und fit zu sein, innerlich haben sie jedoch zuviel viszerales Fett ( Organfett) angesammelt, das ernsthafte gesundheitliche Risiken mit sich bringen kann. Das Phänomen wird im Englischen auch Normal Weigtht Obesity (NWO Syndrome ) genannt, was so viel wie „Normalgewicht Adipositas“ bedeutet oder umgangssprachlich skinny fat.

Viszerales Fett und seine Folgen

In einer Welt, in der Übergewicht und Fettleibigkeit häufig im Mittelpunkt gesundheitsbezogener Diskussionen stehen, wird auch das TOFI Syndrom zunehmend relevant. Immer mehr Untersuchungen zeigen, dass selbst äußerlich schlank wirkende Menschen aufgrund von so viel innerem Organfett ein signifikantes Risiko für metabolische stoffwechselbedingte Krankheiten wie Diabetes oder Herz- Kreislauf- Erkrankungen aufweisen. Laut aktueller Studienlage sind derzeit bis zu 40% aller schlanken Menschen vom TOFI- Syndrom betroffen. Das fatale daran: die Betroffenen können metabolisch sogar ungesünder sein als dicke Menschen mit einem hohen Anteil an subkutanem ( unter der Haut liegendem ) Fettgewebe. Das viszerale Fett, auch als Organfett bekannt, lagert sich im Gegensatz zum subkutanen Fett tief im Bauchraum an und umgibt lebenswichtige Organe wie die Leber , die Bauchspeicheldrüse und den Darm. In angemessener Menge erfüllt es dabei eine wichtige biologische Funktion: Es schützt unsere Organe , dämpft mechanische Stöße und wirkt wie ein endokrines Organ , indem es über hormonelle Signale zur Regulation von Stoffwechslprozessen beiträgt. Eine übermäßige Ansammlung jedoch führt zur Dysregulation des Signalstoffs, was chronische Entzündungen im Körper begünstigen kann. Und das wiederum ist mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden, wie zum Beispiel einer Beinträchtigung des Blutzuckerspiegels, einer Insulinresistenz , Diabetes Typ 2 , Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten, Arteriosklerose , Unfruchtbarkeit, einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten. Darüber hinaus kann ein Überschuss an viszeralem Fett zu einer nicht alkoholischen Fettleber führen , was die Leberfunktion beeinträchtigt und das Risiko für weitere Stoffwechselerkrankungen erhöhen kann.

von Dr. Monica Istrate , Zentrum für Gesundheit in Freising

(www.dr-Monica-Istrate.de)

natur & heilen, April 4/2025 , S 33,34

Fortsetzung folgt

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