Magnesium- Das Beruhigungsmittel der Natur

Quelle: Adele Davis, – Jeder kann gesund sein-

Originaltitel: Let’s eat right to keep fit

Originalverlag: 1970 Harcourt Brace Jovanovich , Inch. New York

Magnesium schützt Ihre Nerven ebenso wie Calzium . Bei einem nur geringfügigen Mangel an Magnesium wird der Mensch reizbar, furchtsam und streitlustig. Wenn der Mangel zunimmt, oder länger anhält, kann es zu Zuckungen, Zittern, Pulsunregelmäßigkeiten, Schlaflosigkeit, Muskelschwäche, und Krämpfen in den Beinen oder Füßen kommen. Mtunter können die Hände so stark zittern, dass die Schrift unleserlich wird. EEGs, EKGs, d.h Aufzeichnungen der elektrischen Wellen des Gehirns, des Herzens, und der Muskeln, nehmen abnorme Verlaufsformen an. Extremer Magnesiummangel ist vor allem schädlich fürs Gehirn. Konzentrationsschwäche, Verwirrtheit, gestörte Orientierung und Depressionen, sogar die erschreckenden Wahnvorstellungen des Delirium tremens können die Folge eines solchen Mangels sein und reagieren auf Magnesiumzufuhr günstig. Schon innerhalb weniger Stunden nach Verabreichung von Magnesium kommt es zu einer erstaunlichen Besserung, wie der medizinische Bericht über einen 68jährigen Mann zeigt, bei dem sich infolge von Durchfällen Magnesiummangel ausgebildet hatte. Neun Tage lang war dieser Mann „denkunfähig, desorientiert, verwirrt, laut, streitlustig und sehr unruhig“ Nur einige Stunden, nachdem man Ihm einen halben Teelöffel Epsomsalz oder Magnesiumsulfat gegeben hatte, waren alle Symptome verschwunden, und er war wieder ein charmanter Mann geworden.

Ein anderes Beispiel ist die prompte Heilung einer durch Magnesiummangel entstandenen Muskelschwäche im Bereich des Blasenschließmuskels. Es tritt aber auch häufig bei Menschen auf, die an multibler Sklerose leiden. Es ist für den Arzt nicht leicht, einen Magnesiummangel zu entdecken, da dieser Stoff zum größten Teil in den Zellen selbst enthalten ist und der Anteil im Blutplasma sich nur wenig ändert. Besonders wenig Magnesium in den Zellen hat man jedoch bei Personen gefunden, die Diuretika oder Antibiotika nehmen, sowie bei Kranken mit Tremor (Zittern), Muskelschwäche oder -krämpfen, Epilepsie, Durchfall, Diabetes, Nephritis oder Delirium tremens.

Tiere, die nur einige Tage zu wenig Magnesium erhalten, bekommen Krämpfe. Später entwickelt sich ein Nierenschaden mit Harngries oder Nierensteinen. Dazu kommen Herzsyptome: krankhafte Veränderungen im EKG, sowie Blutungen, abgestorbene Bezirke und Verkalkungen im Herzmuskel. In vielen Geweben bilden sich Calciumablagerungen: In der Skelettmuskulatur, in den Nieren und insbesondere in den Wänden der Arterien.

Ferner kann bei Magnesiummangel kein Kalium in den Zellen festgehalten werden. Alle diese Symptome , vor allem die Verkalkung weicher Gewebe, verstärken sich bei gleichzeitig bestehendem Mangel an Calcium. Aufgrund dieser Veränderungen kann es sogar zu tödlichen Herzanfällen kommen. Eine Arteriosklerose erzeugende Diät mit viel gesättigtem Fett und großen Mengen Cholesterin bewirkt bei Tieren so lange keine Veränderung am Herzen, wie Magnesium gegeben wird. Dementsprechend sind bei Bevölkerungsgruppen, deren Nahrung viel Magnesium enthält, Herzinfarkte und Arteriosklerose selten. Es besteht kein Zweifel daran, dass Magnesiummangel bei unserer hohen Todesrate an Herzinfarkte eine große Rolle spielt. Magnesium ist ein besonders wirksames Mittel, um das Blutcholesterin zu senken. Bei Patienten, die Herzinfarkte überstanden hatten, wurde mit kleinen Mengen Epsomsalz pro Tag „wahrhaft bemerkenswerte“ Erfolge erzielt.

Es ist äußerst wichtig, sich klar zu machen,, dass Calciumablagerungen in den Geweben sich gerade dann verstärken, wenn die Nahrung wenig Calcium enthält. Kranke, die unter Arthritis, Schleimbeutelentzündung, Sklerodermie, Verhärtung der Arterien und anderen Krankheitserscheinungen leiden, bei denen Calciumablagerungen oder auch nur Spuren davon zu Schmerzen führen, scheuen oft davor zurück, eine calciumreiche Nahrung zu sich zu nehmen. Dabei ist eine Besserung von vornherein ausgeschlossen, wenn nicht die Zufuhr von Calcium und Magnesium beträchtlich erhöht wird.

Lange Zeit herrschte die Ansicht vor, dass unsere Alltagsnahrung genügend Magnesium enthalte. Magnesiummangel ist sehr weit verbreitet. Überall, wo chemische Düngemittel verwendet werden, , besonders aber bei kalkreichen Böden, sättigt sich das Grundwasser so schnell mit dem leichtlöslichen Kunstdünger, dass das Magnesium vom Erdreich nichtmehr aufgenommen und von den Pflanzen nicht absorbiert werden kann. Wird kein chemischer Dünger verwendet, sondern der Boden mit magnesiumhaltigem Dolomit oder mit Muschelschalenpulver angereichert, ist der Magnesium der Ernten hoch.

Doch das Magnesium in der Nahrung geht verloren, wenn man sie lange einweicht, oder kocht und das Kochwasser wegschüttet. Aber auch bei reichlicher Magnesiumzufuhr kann infolge von Durchfall Nierenschäden, Diabetes, bei Behandlungen mit harntreibenden Mitteln oder durch Alkoholgenuß ein Mangel zustande kommen. Sogenannte Geselligkeitstrinker, die täglich etwa einen halben Liter Alkohol zu sich nehmen, scheiden im Urin drei- fünfmal soviel Magnesium aus als Nichttrinker. Jeder überzeugte Geselligkeitstrinker, der es unterlässt, seine Kost mit Magnesium anzureichern, könnte sich damit seinen Herzinfarkt bestellt haben.

Dr. L.B. Barnet, ein Arzt aus Texas gab 30 Kindern mit Epilepsie täglich 450 mg Magnesium, woraufhin alle antiepileptischen Medikamente abgesetzt werden konnten. Bei manchen dieser Kinder waren die Krampfanfälle auch durch große Dosen dieser Medikamente nicht zu beeinflussen gewesen. Fast alle Kinder zeigten eine deutliche Besserung, und zwar sowohl bei typischen Grandmal-Anfälle ( epileptische Anfälle mit charakteristischem Verlauf) wie auch beim sogenannten petit-mal, dem kurzdauernden Bewusstseinsverlust. Ein 13jähriger Junge mit Epilepsie, von dem man angenommen hatte, er sei geistig beeinträchtigt, entwickelte eine übernormale Intelligenz, nachdem er Magnesium verabreicht bekam.

Mehr zum Thema Magnesium nächste Woche ab dem 29.03.😉

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