Parkinson: welche Rolle spielt die Ernährung ?

Parkinson gilt als unheilbar. Studien zeigen aber, dass die richtige Ernährung der Erkrankung vorbeugen und ihren Verlauf möglicherweise sogar verlangsamen kann. Morbus Parkinson ist eine bisher unheilbare Erkrankung, bei der Nervenzellen im Gehirn fortschreitend zugrunde gehen. Jetzt zeigen immer mehr Studien , dass man mit der richtigen Ernährung sein Risiko für Morbus Parkinson senken kann- und vermutlich sogar den Krankheitsverlauf beeinflussen kann.

Mediterrane Küche kann Parkinson-Verlauf mindern

Viel frisches Grünzeug und andere gesunde Zutaten : Rund um das Mittelmeer weckt die Küche nicht nur Urlaubsgefühle, sondern ist mit viel Gemüse, Öle mit ungesättigten Fettsäuren, Fett, Hülsenfrüchten und wenig Fleisch auch besonders gesund. Immer mehr Studien legen nahe, dass diese Art der Ernährung auch den Verlauf von Morbus Parkinson verlangsamen und sogar das Risiko senken kann, überhaupt daran zu erkranken.

Morbus Parkinson beginnt oft ohne Symptome

Die Parkinson- Krankheit beginnt still und langsam, lauert viele Jahre bereits im Körper, bevor sie mit Zittern oder erstarrender Mimik sichtbar wird. Gerade in dieser Phase ist eine gesunde Ernährung von entscheidender Bedeutung. Expertinnen und Experten vermuten, dass es in dieser Frühphase noch möglich ist, besonders positiv auf die Erkrankung einzuwirken.

Beginnt Parkinson im Darm?

Forschende gehen mittlerweile davon aus, dass Parkinson zumindest bei einem Teil der Menschen mit Veränderungen im Darm beginnt. Eine Erklärung könnte sein, dass Stoffe aus dem Darm ins Gehirn wandern und dort eine schädliche Wirkung entfalten können . Auch wenn vieles noch unklar ist, gilt der Austausch von Botenstoffen zwischen Darm und Gehirn als sicher. Sie können über das Blut oder Nervenbahnen aus dem Darm bis ins Gehirn wandern . Man spricht daher von der sogenannten Darm- Hirn- Achse.

Parkinson -Patienten haben oft Darmbeschwerden

Bisher ist bekannt: Der Darm von Parkinsonpatient/ innen ist verändert. Viele Betroffene klagen schon Jahre, bevor sich die typischen Symptome zeigen, über Verdauungsprobleme wie starke Verstopfung . Auch die Zusammensetzung des Mikrobioms, ( Gemeinschaft der Darmbakterien) , ist bei Menschen mit Morbus Parkinson verändert, zeigen Studien. Normalerweise verwandeln die nützlichen Darmbewohner unser Essen in Nährstoffe, aber es gibt auch Darmbakterien, die krank machen können, wenn das Gleichgewicht gestört ist. Bei Menschen mit Parkinson überwiegen zum Beispiel oft Bakterien, die die Darmwand durchlässig machen. Entzündungsfördernden Stoffe können dann ins Blut gelangen.

Parkinson – Therapie : Lebensmittel schützen Nervenzellen

Parkinson-Therapie : Lebensmittel schützen Nervenzellen

Ein möglicher Behandlungsansatz ist, den Darm mit einer bestimmten Ernährung so früh wie möglich wieder ins Lot zu bringen und so das Darmmikrobiom gewissermaßen umzuprogrammieren. Zudem weisen viele Betroffene einen Nährstoffmangel auf , vor allem Vitamin D, Folsäure und Vitamin B 12 sollten kontrolliert werden. Studien zeigen, dass bestimmte Lebensmittel Nervenzellen schützen können.

Gut sind:

Gemüse, Vollkorn, Polyphonole (aus Olivenöl , Grüntee und roten Beeren).

Schlecht sind :

Fertiggerichte, gesättigte Fette zu viel Zucker wer auf Fleisch nicht verzichten mag, sollte zumindest auf weißes Fleisch setzen, also auf Geflügel statt Rind oder Schwein.

Wechselwirkungen von Ernährung und Medikamenten

Aber nicht nur das, was man isst, ist wichtig . Auch der Zeitpunkt ist von Bedeutung, denn einige Parkinson – Medikamente dürfen nicht mit bestimmten Lebensmitteln zusammen eingenommen werden. Wer das Standartmedikament gegen Morbus – Parkinson, L- Dopa, einnimmt, darf das nicht zusammen mit eiweißhaltigen Speisen tun, denn dann wirkt das Medikament schlechter. Deshalb sollten Betroffene immer eine Pause vor und nach der Tabletten – Einnahme machen.

Hilft Intervallfasten gegen Parkinson?
Eine Studie prüft derzeit , ob sich das Darmmikrobiom durch sogenanntes Intervall normalisieren lässt. Eine Woche essen die Teilnehmer/innen nur Gemüsebrühe, danach machen sie ein Jahr lang große Pausen zwischen den Mahlzeiten. Viele Teilnehmer berichten über vorübergehend nachlassende Symptome und eine bessere Lebensqualität. Das Endergebnis der Studie steht noch aus.

Fett- viel wichtiger als gedacht

Fett hat von allen Nährstoffen den höchsten Energiegehalt – mehr als doppelt so viel wie Kohlenhydrate oder Eiweiß . Fett dient vorwiegend als Brennstoff, daneben als „Lösungsmittel“ für fettlösliche Vitamine sowie als Aromaträger. Bei der Nahrungsaufnahme von Fetten ist jedoch nicht die Menge, sondern die Qualität entscheidend. Eine spezielle Gruppe der Fette, die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, sind essentiell, d.h. lebensnotwendige Nährstoffe. Sie dienen zum Aufbau von Zellmembranen, von Hormonen und anderen wichtigen Substanzen. Hierzu zählen unter anderem:

  • Rapsöl
  • Walnussöl
  • Walnüsse
  • Lachs
  • Thunfisch
  • Makrele

Kohlenhydrate als Energielieferant

Kohlenhydrate sind unsere wichtigsten Energielieferanten. Zu ihnen zählen alle Arten von Zucker und Stärke. Auch die Ballaststoffe zählen zu der Gruppe der Kohlenhydrate , welche zur Förderung der Verdauung besonders wichtig sind . Auch hier ist die Qualität bei der Nahrungsaufnahme wichtiger als die Quantität. Während Zucker vor allem für einen kurzzeitigen Energieschub sorgt, können Mehrfachzucker wie Vollkornprodukte eine langfristige Energieversorgung gewährleisten. Dies spiegelt sich auch im Sättigungsgefühl wider. Wenn wir Zucker zu uns nehmen, ist das nächste Hungergefühl schnell vorprogrammiert. Da somit die Gefahr von Übergewicht steigt, sollten vor allem Mehrfachzucker Mehrfachzucker in den Essensplan integriert werden. Hierzu zählen unter anderem :

Obst, wie Äpfel und Beeren, Gemüse wie Bohnen und Spargel, Sauerteigbrot, Couscous, Haferflocken

Wasser als internes Transportmittel

Wasser dient zum Transport der Nährstoffe und Wirkstoffe zu den Organen und Geweben sowie zur Regulation des Blutvolumens und zur Aufrechterhaltung einer konstanten Körpertemperatur. Täglich gehen circa zwei Liter Wasser verloren. Ein Durstgefühl macht sich erst bemerkbar, wenn der Wassergehalt des Körpers um mehr als ein Prozent (0,6 Liter) abnimmt. Einer regelmäßigen und ausreichenden Wasserzufuhr kommt besondere Bedeutung zu, da nur so alle Stoffwechselvorgänge aufrechterhalten werden können.

Essregeln für die Ernährung bei Parkinson

  1. Die mit den Therapeuten erarbeitete Sitz – und Kopfhaltung einnehmen, aufrecht sitzen
  2. Beim Essen möglichst nicht sprechen
  3. In Ruhe essen und sich genügend Zeit lassen
  4. Nur kleine Bissen nehmen
  5. gut kauen und den Mund beim Schlucken schließen
  6. nach jedem Schluck die Tasse abstellen , eine kurze Pause einlegen
  7. der Mund muss leer sein, bevor eine neue Portion eingenommen wird
  8. sind nach dem Schlucken noch Speisereste im Mund, ein- bis mehrmals nachschlucken.
  9. Nach dem Essen mindestens 20 Minuten sitzen bleiben, dann erst zu Bett gehen
  10. Von besonderer Bedeutung ist die regelmäßige Mundpflege bei Betroffenen wegen den fallweise vermehrt zurückbleibenden Nahrungsresten in der Mundhöhle

Darmträgheit

Die Darmträgheit gehört zu den gravierendsten vegetativen Störungen bei Morbus Parkinson und kann zu Völlegefühl, Blähungen und Bauchschmerzen führen. Bereits in der Frühphase der Erkrankung leidet jeder Betroffene an Verstopfung. Im weiteren Krankheitsverlauf können es bis 80% aller Betroffenen sein. Die richtige Ernährung kann dabei helfen, Verstopfungen zu lösen. Dafür sollte vor allem ballaststoffreiche Nahrung wie Vollkornprodukte auf dem Plan stehen. Zusätzlich kann eine Flüssigkeitsaufnahme von mindestens 2 Liter Wasser pro Tag bei Darmträgheit helfen.

Das Gescmacksempfinden ist im Laufe der Parkinsonerkrankung häufig eingeschränkt und bewirkt, dass viele Betroffene die Speisen zu stark würzen und ein zu hoher Salzkonsum entsteht. Diese erhöhte Salzaufnahme kann Ursache für weitere Ernährungs- und Verdauungsstörungen sein und sollte daher unterlassen werden. Trotz der beschriebenen Geschmacksveränderungen sollte vermieden werden, dass Patienten zu stark würzen. Wenn möglich, sollten die Speisen vom Partner abgeschmeckt werden. Insbesondere ist ein ausgiebiges Nachsalzen der Speisen zu vermeiden. Um den Geschmack der Speisen zu verbessern, können Küchenkräuter verwendet werden.
Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen treten bei etwa 10% der Betroffenen auf . Diese Symptome können auch beim unbehandelten Morbus Parkinson vorkommen, werden jedoch deutlich häufiger bei der Behandlung mit L- Dopa- Medikamenten beobachtet.

Meist sind Schluckstörungen bei einzelnen Nahrungskonsistenzen verstärkt. ( Klare Suppe mit Petersilie oder Reis, bröselige Speisen) Das Eindicken von Suppe und warmen/ kalten Getränken kann eine wichtige Hilfestellung bei Problemen mit der Flüssigkeitsaufnahme darstellen. Eine Reihe von geschmacksneutralen Produkten guter Qualität steht zur Verfügung.

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