Ernährung bei Polyneuropathie

Wie Ernährung bei Polyneuropathie helfen kann

Die richtige Ernährung bei Polyneuropathie kann den Unterschied machen. Allerdings ist das leichter gesagt als getan, denn die richtige Ernährung muss zu Ihnen persönlich und zu Ihrer Polyneuropathie passen.
Wenn die Nervenschäden zum Beispiel durch Diabetes entstanden sind, ist natürlich eine andere Ernährung gefragt als wenn zum Beispiel eine Chemotherapie die Polyneuropathie ausgelöst hat.

Es ist eben nicht alles für alle gleich.

Lebensmittel, die bei Polyneuropathie helfen können

Omega – 3- Fettsäuren schützen vor Polyneuropathie

Omega-3-Fettsäuren zeigten bei Patienten die eine Chemotherapie bekamen einen präventiven Effekt. Patienten. Patienten, die während einer Chemotherapie Omega-3- Fettsäuren bekamen entwickelten seltener Symptome der Polyneuropathie.

Omega-3-Fettsäuren könnten bei Diabetischer Polyneuropathie helfen

Es ist schon lange bekannt, dass Omega-3- Fettsäuren helfen, die Blutgefäße bei Erkrankungen zu schützen und so einen besseren Blutfluss zu erhalten.
Das könnte auch Diabetikern zugute kommen, die an Polyneuropathie leiden. Bei vielen Diabetikern nehmen die kleinsten Blutgefäße, die die Nerven versorgen Schaden, was die Polyneuropathie entstehen lässt oder verschlimmert.

In einigen kleineren Studien zeigte sich eine Verbesserung der Symptome der Polyneuropathie durch die Einnahme von Omega-3- Fettsäuren bei Diabetikern.

Es ist daher durchaus denkbar, dass die Einnahme von Omega-3- Fettsäuren zumindest die Verschlechterung der Polyneuropathie verlangsamt.

Der Blutzuckerspiegel ist das Wichtigste

Wenn Sie Diabetiker/in sind, ist das erste Ziel der Ernährung natürlich die Reduktion des Blutzuckerspiegels. Dies ist der beste Schutz für die Nerven. Zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen ist nur eine Ergänzung und sollte nicht im Vordergrund stehen.
Die richtige Bewegung kann ebenfalls helfen, den Blutzucker dauerhaft zu reduzieren.

Omega-3-Fettsäuren sind inzwischen universell als gesundheitsfördernd anerkannt.
Wer viele Omega-3- Fettsäuren zu sich nimmt , schützt sich damit vor einer Vielzahl an Erkrankungen, insbesondere vor Herzinfarkten und Schlaganfällen.

Deshalb kann man diese getrost zu sich nehmen, ohne Angst vor den Nebenwirkungen haben zu müssen. Dennoch ist es, wenn Sie an einer Erkrankung wie zum Beispiel Krebs leiden, immer zu empfehlen, den Arzt zumindest zu informieren. Das gilt besonders bei Chemotherapien.

Leider ist Omega-3- Fettsäure nicht gleich Omega -3- Fettsäure. Die in vielen Pflanzenölen enthaltene Alpha- Linolensäure hilft leider kaum gegen Polyneuopathie. Die in Fischöl enthaltene Docosahexaensäure sowie die Eicosapentaensäure nutzen hingegen mehr. Daher sind ölhaltiger Hochseefisch, insbesondere Fischölkapseln zu empfehlen.

Da man nicht jeden Tag Fisch essen kann, aber eine tägliche Einnahme von Fischölen notwendig ist, um die Polyneuropathie zu bremsen ist es am sinnvollsten, zusätzlich Fischölkapseln zu sich zu nehmen. Da aufgrund der bisher zur Verfügung stehenden Studien noch keine sichere Aussage zur Dosierung gemacht werden kann, empfehle ich Ihnen, sich an die Herstellerangaben der jeweiligen Produkte zu halten.

Bei der Auswahl des Fisches oder Präparats sollten Sie dringend auf die Qualität und die Umweltverträglichkeit achten.

Bisher ist allerdings noch nicht bekannt, welche Menge an Omega-3- Fettsäuren bei Polyneuropathie optimal ist.

In den wenigen Studien zum Thema wurden unterschiedliche Dosierungen verwendet und es ist noch mehr Forschung nötig um diese Frage zu klären.
Bis es mehr Daten dazu gibt, ist es deshalb zu empfehlen, sich an die Herstellerangaben zu halten.

Bei vielen Formen der Polyneuropathie sind entzündliche Prozesse an der Schädigung der Nerven beteiligt . Dies ist insbesondere beim Guillain – Barre‘- Syndrom und der chronisch inflammatorischen demyelinisierenden Polyneuropathie der Fall, aber auch bei anderen Formen der Polyneuropathie (z.B bei diabetischer Polyneuropathie) spielen Entzündungen eine Rolle.


Die Ernährungsweise kann einen Einfluss darauf haben, wie stark man zu Entzündungen neigt und wie stark chronische Entzündungen sich ausprägen. Es wird deshalb vermutet, dass die Schwere der Polyneuropathie zu einem gewissen Grad davon abhängt, ob man Entzündungen durch die Ernährungsweise begünstigt oder eher hemmt.

Nahrungsmittel die Entzündungen hemmen und deshalb häufig zu sich genommen werden sollten, sind:

  • Nüsse, Fisch, Beeren und Gemüse, insbesondere Zwiebeln
  • Oliven- und Leinsamenöl
  • Gewürze wie Liebstöckel, Kurkuma, Oregano und Basilikum
  • Grüner Tee, Kamillentee, Salbeitee, wobei insbesondere der Kamillentee eine nicht zu unterschätzende Wirkung hat

Eine Ernährungsweise, die entzündungshemmend ist, ist übrigens abgesehen von der Polyneuropathie förderlich für die Gesundheit und kann auch bei allen anderen Formen von Entzündungen hilfreich sein und das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle senken.

Vitamin D kann helfen – wenn ein Mangel vorliegt

Vitamin D ist das große Mangelvitamin und zur Zeit wohl eines der populärsten Nahrungsmittel. Es hilft, die Knochen fester zu machen, die Blutgefäße fit zu halten und schützt wahrscheinlich vor Autoimmunerkrankungen und möglicherweise sogar vor Krebs.

Deshalb nehmen es inzwischen Millionen Menschen als Pille oder Tropfen, denn es ist das Vitamin das am schwierigsten über die Nahrung zu bekommen ist. Häufig wird es als das einzige Vitamin genannt, das man als Präparat zu sich nehmen sollte. Laut Robert Koch – Institut haben 56 % der Menschen in Deutschland zu wenig Vitamin D.

Auch in der Ernährung bei Polyneuropathie spielt es Rolle: Menschen mit niedrigen Spiegel an Vitamin D entwickeln laut einiger Studien häufiger Polyneuropathie.
Diabetiker sollten also auf eine ausreichende Menge an Vitamin D achten, um den Risiken von Nervenschäden vorzubeugen, oder zumindest zu mildern.

Es wurde bereits ausprobiert, ob sich die Polyneuropathie verbessert, wenn ein bestehender Mangel an Vitamin D ausgeglichen wird. In einer umfangreichen Studie wurde Patienten, die an Polyneuropathie durch Diabetes litten, und einen solchen Mangel hatten, Vitamin D gespritzt. Dadurch kamen die Probanden auf normale Vitamin D- Spiegel im Blut. Die Patienten zeigten in den folgenden Wochen deutliche Verbesserungen der Schmerzen und konnten auch das Gleichgewicht besser halten.

Achtung! Riesenmengen nutzen nichts!

Aufgrund solcher Ergebnisse wurde ausprobiert, ob sich die Polyneuropathie heilen lässt, in dem man riesige Mengen Vitamin D zu sich nimmt. Leider sind diese Versuche nicht erfolgreich verlaufen.

Mehr Vitamine als nötig nutzen nichts, sondern schaden eher!

Wer keinen Vitaminmangel hat, braucht keine zusätzlichen Vitaminpräparate zu sich zu nehmen. Die Aufnahme, die größer ist als der Bedarf bringt keinen zusätzlichen Nutzen.

Wenn eine Polyneuropathie durch Alkohol entstanden ist, stehen die Chancen, mit B – Vitaminen die Polyneuropathie zu behandeln am größten.

Einer der Gründe, warum man durch Alkohol Polyneuropathie entwickelt, ist, dass es durch den Alkohol zum Vitamin – B Mangel kommt. Auch Kupfermangel kann Nervenschäden verursachen. Kupfer wirkt als Spurenelement an der normalen Funktion des Organismus mit. In aller Regel nimmt man mit einer normalen Ernährung genügend davon auf und muss sich darüber keine Gedanken machen. Gründe für einen Mangel an Kupfer können Operationen am Magen- Darm – Trakt sein. Insbesondere Magen- Bypass – Operationen können dazu führen dass nicht mehr genügend Kupfer aufgenommen wird und sich langfristig eine Polyneuropathie entwickeln kann. Auch bei manchen Erkrankungen des Verdauungssystems kann es zum Kupfermangel kommen. Zum Beispiel bei Zölliakie.

Auch eine zu große Menge an Zink kann dazu führen, dass nicht genügend Kupfer aufgenommen wird. Wenn große Mengen Zink im Verdauungssystem sind, verhindern diese die Kupferaufnahme.

Alkohol vermeiden, denn er schadet Nerven und führt zu Vitaminmangel.

Wer an Polynuropathie leidet, sollte möglichst auf Alkohol verzichten- zumindest in größeren Mengen. Alkohol schädigt die Zellen nicht nur, sondern führt zu Vitamin-B Mangel, was eine Polyneuropathie verschlimmern kann. Wenn Sie gerne Bier trinken, kann es sinnvoll sein, alkoholfreies Hefeweizen/Weissbier zu trinken. Darin sind B- Vitamine enthalten, welche das Bier sogar zu einer gesunden Versorgung mit wichtigen B- Vitaminen beitragen kann.

Vegane Ernährung bei Polyneuropathie ist risikoreich

Bei veganer Ernährung kommt es relativ häufig zum Mangel an B- Vitaminen. Dieser kann eine bestehende Polyneuropathie deutlich verschlimmern. Falls Sie sich dennoch vegan ernähren möchten, sollten Sie sich zuvor mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft beraten.

Auch glutenfreie Ernährung kann eine Polyneuropathie verschlimmern. Sofern Sie nicht an einer ärztlich diagnostizierten Gluten-Überempfindlichkeit leiden, stellt das Gluten dann kein Problem für Sie dar und verursacht auch keine Schäden an den Nerven. Es gibt Fälle, bei denen durch die glutenfreie Ernährung Vitamin – B- Mangel entstand, der eine Polyneuropathie verursachte.

Auch sollten Sie nicht zu sehr auf eine salzarme Kost achten. Zu zwar ist dies in vielen Fällen sinnvoll, jedoch nicht bei bestehender Polyneuropathie. Eine epidemiologische Studie belegte den Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und chronisch axonaler Polyneuropathie. Wer weniger als 6g Salz am Tag zu sich nahm hatte ein erhöhtes Risiko, an dieser Form der Polyneuropathie zu erkranken. Hier gilt also: Salz einfach in empfohlener Menge zu sich nehmen. ( nicht mehr als 6 g pro Tag)

Heilfasten kann für Diabetiker sinnvoll sein

Wenn Sie Typ 2 Diabetiker sind, ist Heilfasten eine Möglichkeit, Ihren Blutzuckerspiegel zu regulieren und Gewicht zu verlieren, was langfristig hilft, den Blutzucker zu reduzieren. Das kann dazu führen, die Polyneuropathie zu verlangsamen oder das Fortschreiten sogar zu beenden. Wichtig beim Heilfasten ist es, gleichzeitig Muskeltraining zu betreiben. Trainiert man nicht, werden die Eiweiße aus den Muskeln verbrannt um Energie zu produzieren. Man verliert Kraft und Leistungsfähigkeit, was später den Diabetes wieder verschlimmert und für den bekannten Jojo- Effekt sorgt. Heilfasten bei Polyneuropathie besonders in Verbindung mit Diabetes sollte daher unter ärztlicher Aufsicht und in Zusammenarbeit mit qualifizierten Ernährungstherapeuten erfolgen.

Es gibt inzwischen einige Wissenschaftlichen Daten die zeigen, dass Heilfasten bei Polyneuropathie einen positiven Effekt auf das Nervensystem haben kann. Es wurden bereits Studien durchgeführt, in denen eine verbesserte Gedächtnisleistung nach Fastenkuren beobachtet wurde – sogar bei Menschen mit beginnender Demenz. Beobachtet wurde zum Beispiel der positive Einfluss auf die Gesundheit des peripheren Nervensystems.

Heilfasten sollte ausschließlich nur dann durchgeführt werden, wenn man kein Untergewicht hat. Außerdem muss unbedingt während der Fastenphase Krafttraining betrieben werden, um Muskelabbau zu verhindern.
Auf eine ausreichende Vitamin – und Spurenelementenversorgung sollte unbedingt geachtet werden!

Was hinzugefügt werden muss:

-Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl

-Vitamin D (nachdem Ihr Spiegel gemessen wurde)

-AlphaLiponsäure

außerdem, sofern ein Mangel festgestellt wurde:

Kupfer und B – Vitamine

Was Sie vermeiden sollten:

Alkohol sollte bei Nervenschäden auf keinen Fall in größeren Mengen konsumiert werden

sofern die Polyneuropathie durch Diabetes verursacht wurde, sollten Sie Zucker und Kohlenhydrate drastisch reduzieren

bei Polyneuropathie wer wird vegane Ernährung nicht empfohlen

sofern kein medizinischer Grund vorliegt sollte auf glutenfreie Ernährung verzichtet werden

Quelle: Christian Bitzer, Raidenstr. 119 , 72458 Albstadt/ bitzer.sporttherapie@gmail.com

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