Richtige Ernährung bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung COPD

Gesunde Ernährung- gerade für Patient:innen mit COPD ein wichtiges Thema. Denn eine chronische Erkrankung kostet Energie. Daher ist es für Betroffene besonders wichtig, sich mit ausreichend Energie und Nährstoffen zu versorgen. Doch wie sieht die optimale Ernährung bei COPD aus?

von Team LEICHTER ATMEN I 29.04.2025

Schon gesunde Menschen ohne chronische Erkrankungen kann die richtige Ernährung ein Buch mit sieben Siegeln sein. Zahlreiche Ernährungstrends -und mythen kursieren in den Medien – richtige und fasche Informatioinen voneinander zu trennen, erscheint dabei nahezu unmöglich. Die „optimale Ernährung“ ist zudem stark individuell. Arbeitet man körperlich schwer? Dann geht einem mit einer kalorienarmen Ernährung bald die Energie aus. Ist man vorallem Schreibtisch-„Täter:in?“ Dann braucht man eine deutlich niedrigere Energiezufuhr und sollte stattdessen auf ausreichend Bewegung achten.

Für COPD-Patient:innen lässt sich daher nicht pauschal ableiten, welche Ernährung optimal ist. Sie sollten viel eher darauf achten, daß die Lebensmittelarten in einem guten Verhältnis zueinander stehen. Ausgeworgenheit ist hier das Stichwort. Was bedeutet das Konkret? Die Ernährungspyramide der DGE zeigt, wie eine ausgewogene Ernährung aussehen kann.

Die Ernährungspyramide stellt dar, welche Lebensmittel die breite Basis darstellen – (DGE) – und welche Lebensmittel eher selten und in geringen Maßen verzehrt werden sollten.

Die Basis: Wasser, Wasser, Wasser

Zur optimalen Ernährung gehört nicht nur das Essen- ein mindestens genauso wichtiger Bestandteil ist das Trinken, weshalb Getränke die Basis der Ernährungspyramide darstellen. Gerade bei einer COPD benötigt der Körper viel Flüssigkeit, denn sie verflüssigt den zähen Schleim in den Bronchien und erleichtert das Abhusten. In erster Linie sollte es sich beim Thema „Trinken“ um Wasser, ungesüsste Tees und Saftschorlen gehen.

Vitamine und Nährstoffe: Gemüse und Obst

Auf der nächsthöheren Ebene befinden sich alle Gemüse und Obstsorten. Eine Gemüsebeilage sollte mit jeder Mahlzeit eingenommen werden – drei bis 5 Portioinen Obst und Gemüse pro Tag gelten als ideal. Obst eignet sich hervorragend als Zwischenmahlzeit. Am besten greift man hier auf frische, unbehandelte Produkte zurück, die im Optimalfall noch aus der eigenen Region stammen, denn so müssen Sie keine langen Transportwege zurücklegen.

Kohlenhydratreiche Lebensmittel

Etwa in der Mitte der Pyramide stehen Lebensmittel mit vielen Kohlenhydraten. Sie sind wahre Booster, denn bereits kurz nach dem Essen wandeln sie sich in Energie um. Gerade für Patient:innen, die eher zu Untergewicht neigen, sind Kohlenhydrate wichtige Bestandteile der täglichen Ernährung. Doch Achtung! Übergewichtigen Patient:innen können Kohlenhydrate die Gewichtsabnahme erschweren oder gar blockieren. Der Grund: Die Energie, die diese enthalten, muss auch umgesetzt werden. Wird sie das nicht, können Kohlenhydrate zu Ferttpolstern beitragen. „Ausgewogen“ ist auch hier das richtige Stichwort.

Zu den kohlenhydratreichen Lebensmitteln gehören verschiedene Getreidesorten. Sie findet man in Brot, Müsli, Pasta, Reis, Hirse und Kartoffeln. Dabei gilt: Jre vollwertiger diese Produkte sind,, umso besser. Konkret: Je näher das verzehrte Lebensmittel an dem ist, wie es in der Natur vorkommt, umso gesünder ist es. Vollkorn ist daher besser als Produkte aus Weißmehl, echter Honig als Süßungsmittel vollwertiger als raffinierter Zucker.

Eiweiß satt: Tierische Produkte

Auf Stufe 4 finden sich die größten Freunde unserer Muskulatur: Eiweiße. Den meisten Menschen sind vor allem tierische Produkte wie Fisch, Fleisch, Eier, Käse und Milch als Eiweißlieferanten bekannt. Allerdings enthalten einige Fleisch – und Wurstsorten auch viel Fett. Vorzuziehen ist deshalb eher fettarmes Fleisch wie Puten-und Hühnerfleisch. Gerade der Konsum von verarbeitetem Fleisch sollte auf ein Minimum reduziert werden – insbesondere gepökelte Fleischwaren wie Schinken, Würstchen und Salami gelten als ungesund.

Sport-Fanatiker:innen und Vegetarier:innen aufgepasst: Auch ohne Fleisch kann man den Körper mit genug Eiweißen versorgen, um den Muskelaufbau zu unterstützen. Dafür eignen sich neben Fisch auch Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Nüsse, und Linsen sowie Milchprodukte wie Joghurt oder Quarkspeisen.

Proteine haben in den letzten Jahren an Bekanntheit und Beliebtheit zugelegt. Gerade Sportler:innen, die Muskeln aufbauen wollen, setzen darauf . Die DGE empfiehlt, pflanzliche und tierische Eiweiße im Verhältnis zwei Drittel (60-70%) pflanzliches Protein und einem Drittel (ca30-40%) tierisches Protein zu sich zu nehmen. Tierisches Eiweiß im Übermaß gilt als ungesund und kann sogar die Lebenserwartung verkürzen. Als Grund wird vermutet, daß in Proteinen aus tierischen Quellen oft viele ungesunde Zusatzstoffe enthalten sind wie Fette und Salze. Wer dagegen eher auf pflanzliche Proteine setzt, nimmt sogar noch gesunde Nährstoffe wie Vitamine und Spurenelemente zu sich.

Weniger ist mehr: Fettreiche Lebensmittel und Süßes

Die Spitze der Pyramide bilden Fette, (Butter und Öle, Süßigkeiten und andere zuckerhaltige Lebensmittel wie Kuchen und Gebäck. Auch bei Untergewicht sollte man diese Lebensmittel nur in geringen Maßen zu sich nehmen, um Muskelmasse und nicht Fettmasse zuzulegen.

Bei den Ölen empfiehlt es sich, auf Produkte mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren zurückzugreifen, wie sie vor allem in Oliven und in Rapsöl enthalten sind. Unter den mehrfach ungesättigten Fetten sind die Omega-3- Fettsäuren besonders wichtig. Sie kommen auch in fettem Fisch wie Makrele, Hering, Lachs oder Forelle vor und wirken sich weniger stark auf den schlechten LDL- Cholesterinwert aus.

Weitere Ernährungstipps bei COPD:

Generell ist es ratsam, vor dem Essen den Schleim abzuhusten, der in den Bronchien festsitzt. So vermeidet man, durch den vollen Magen in Atemnot zu geraten, da dieser zusätzlich auf Zwerchfell und Lunge drückt. Aus demselben Grund ist es auch sinnvoll, mehrere kleinere, über den Tag verteilte Mahlzeiten zu verzehren, statt eines großen „Festmahls“ ein-oder zwei Mal am Tag.

Bewusste Ernährung bedeutet auch, sich Zeit für das Essen zu nehmen. Wer überhastet ist, verschluckt sich eher, was wiederum die Lunge belastet. Übrigens- es ist nicht nur der berühmte Kohl, der für Blähungen sorgen kann. Auch Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Knoblauch, Kuhmilch und kohlensäurehaltige Getränke können zu vermehrter Gasbildung führen. Der gesteigerte Druck überträgt sich auf Zwerchfell und Lunge, was wiederum die Atmung erschwert. Tipp Es lohnt sich, den Körper bei der Verdauung verschiedenster Lebensmittel zu beobachten und so für sich selbst zu analysieren, was einem gut tut. Selbst die Uhrzeit kann hier eine Rolle spielen, denn oft verdaut es sichtbeispielsweise spätabends weniger gut als zu einer früheren Tageszeit.

Eine ausgewogene und individuell abgestimmte Ernährung ist das A und O von Gesundheit und Wohlbefinden. Das trifft auf die meisten Menschen zu, vor allem jedoch auf Patient:innen mit chronischen Erkrankungen wie COPD. Wer einige Tipps berücksichtigt und seine Ernährung entsprechend umstellt, kann sich jedoch einer allgemein besseren Gesundheit erfreuen.- und wird wahrscheinlich feststellen, dass er oder sie sich wohler im eigenen Körper fühlt.

Quellen:

-Wouters, Schols(et al.) Nutritional depletion in COPD. Eur.Respir Rev 1997; 7:60-65

-Schols, Slangen, Volloris (et al.): Weight loss is a reversible factor in the prognosis of COPD. Am J Respir Crit Care Med 1998;157:1791-1797.

-Fischer, 2022: Vollwertkost: Vorreiter der gesunden Ernährung. Abgerufen über https://eatsmarter.de/ernaehrung/ernaehrungsarten/vol. am27.01.2023

-EUFIC,2022: Wie schädlich ist der Verzehr von (rotem) Fleisch für Gesundheit und Umwelt? Abgerufen über https://www.eufic.org/de/gesundleben/artikel/wie-schaedlich-ist-der-verzehr-von-rotem-Fleisch-fuer-gesundheit-und-umwelt/am 26.01.2023

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-IQWiQ.2021: Hilft es, weniger gesättigte Fette zu sich zu nehmen? Gesundheitsinformation.de. Abgerufen über https://www.gesundheitsinformation.de/hilft-es-weniger-gesaettigte-fette-zu-sich-zu-nehmen.html am 27.01.2023

-Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverband e.V., o.D: Ernährungspyramide. Abgerufen über https://www.osd-ev.org/patienten/ernaehrung/ernaehrungspyramide/ am21.03.2025

-Bundeszentrum für Ernaehrung,2024 Ernährungspyramide: Was esse ich? Abgerufen über https://www.bzfe.de/essen-und-gesundheit/ernaehrungspyramide/was-esse-ich am21.03.2025

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